One night to Bangkok

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Per Nachtzug in die Hauptstadt

Gestern war Abenteuer. Die Aufgabe war es, vom Hotel in der laotischen Hauptstadt Vientiane zum Bahnhof im thailändischen Nong Khai zu gelangen. Aus Gründen, die mir hinterher nicht mehr klar waren, hatte ich den Nachtzug ab dort gebucht, und nicht, wie es sonst alle anderen machen, direkt ab Vientiane.

Vientiane liegt direkt an der Grenze zu Thailand, und von der Terrasse meines Hotels aus konnte ich bereits auf die thailändische Seite hinübersehen. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass es auch einfach ist, dorthinzukommen. Am Tag der Abfahrt plante ich also genügend Zeit ein. Das war gut, denn der Taxifahrer brachte mich zum Fernbahnhof in Vientiane, und der liegt weit außerhalb der Stadt. Er war kaum davon zu überzeugen, dass ich direkt an der Grenze abgesetzt werden möchte, um zum Bahnhof von Nong Khai zu kommen, ganz einfach, weil das offenbar noch nie jemand gewollt hatte.

Blick von der Mekong-Uferpromenade in Vientiane nach Nong Khai in Thailand. Fotos: Scoutbiene

Nong Khai verhält sich zu Vientiane ein bisschen wie Słubice zu Frankfurt/Oder – eine Stadt, zwei Länder, getrennt durch den Mekong, verbunden durch die „Brücke der Freundschaft“. Auf laotischer Seite checkt man aus dem Land aus, besteigt einen Bus, der über die recht rumpelige Freundschaftsbrücke hoppelt und passiert am anderen Ufer die thailändische Grenze. Dann sucht man sich ein Tuktuk zum Bahnhof. Klingt ganz einfach, war aber aufregend. Klappt alles? Komme ich raus aus dem Land, rein ins nächste? Ist der komische Voucher, den ich für den Zug bekommen habe, tatsächlich gültig?

Nachdem mich der Taxifahrer an der Grenze abgesetzt hatte, war es fast beleidigend einfach. Kurze Warteschlange an der laotischen Grenze – Ausreisestempel (dafür muss man bezahlen), Rumpelbrücke im Shuttlebus, dann Einchecken bei einem gelangweilten Grenzbeamten in Thailand.

Am Bahnhof: Keine Kofferscans, keine Bestechungsgelder für die Mitnahme des Taschenmessers, wie es mir in Luang Prabang passiert war. Sie wollten nicht einmal den Reisepass sehen.

Der Speisewagen im Nachtzug von Laos nach Thailand.

Dann zuckelte der Zug durch die Nacht. Ich trank noch ein Dosenbier im mit Glitzerschmuck und Plastikblumen dekorierten Speisewagen und ging dann in mein Zwei-Bett-Abteil.

Um kurz nach 5 kamen wir am noch nachtschweren Bahnhof von Bangkok an. Kurze Orientierung, dann fuhr ich zusammen mit müden Pendlern in der ersten S-Bahn ins Stadtzentrum und wartete dort zwischen den Töpfen und Pfannen der aufgeräumten Garküchen darauf, dass mein Hotel öffnete.

Liegewagen im Zweite-Klasse-Abteil – sieht eigentlich ganz gemütlich aus, so eine Schlafhöhle.

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