Man muss keine 20 sein, um die Welt aktiv zu erkunden. Aber neugierig.

Ich heiße Silke, bin Jahrgang 1969, und als ich Kind war, wollte ich gerne Dian Fossey werden. Für diejenigen, die Dian Fossey nicht kennen: Sie war so etwas wie Jane Goodall, nur für Gorillas. Und für diejenigen, die auch Jane Goodall nicht kennen, sie gehörte zu den mutigen Frauen, die in den 1960er-Jahren aufbrachen, um Menschenaffen zu erforschen. Nicht im Zoo oder in irgendeiner Versuchsstation, sondern richtig tief im Dschungel.
Wie das Leben so spielt, waren meine Eltern nicht begeistert von der Idee, mich in den Dschungel zu schicken, und so wurde ich erst einmal Beamtin. Ordnungsbeamtin. Obwohl das Ordnungsamt ein überraschend kurzweiliger Lebensraum war, sagte ich dem Beamtenstatus nach sechs Jahren Adieu und studierte Biologie und Publizistik an der Universität Göttingen.
Danach folgte eine sechsmonatige Reise nach Neuseeland und Australien, wo ich feststellte, dass es abseits der üblichen Backpacker-Routen viel interessanter war. Auf der neuseeländischen Südinsel versorgte ich für die Naturschutzbehörde Keas und Kakas (das sind Papageien) und half in der Nähe vom Uluru im roten Zentrum Australiens einem Professor bei der Feldforschung an Fettschwänzigen Beutelmäusen. Die gibt es wirklich, und sie sehen nicht so skurril aus, wie der Name vielleicht klingt, sondern ausgesprochen niedlich.
Zurück in Deutschland begann ich im Januar 2002 ein Volontariat beim Deutschen Bienen-Journal, einer Fachzeitschrift für Imkerinnen und Imker, deren Chefredakteurin ich 2008 wurde. Ich blieb der Zeitschrift 24 Jahre lang treu, bis zum Verkauf des Titels Ende 2025.
Für das Deutsche Bienen-Journal baute ich viele neue Formate auf, darunter Leserreisen, und besuchte zusammen mit Imkerinnen und Imkern Ziele wie die Honigjäger in Nepal und die Felsenkirchen von Lalibela in Äthiopien. Darüber schrieb ich Reportagen, unter anderem für die taz und die Süddeutsche Zeitung.
Als ich nach dem Ende meines Jobs wieder für längere Zeit aufbrechen wollte, wurde ich mehrfach gefragt, ob ich keine Angst habe. Antwort: Natürlich hatte ich die. Ich hatte zum Beispiel Höllenangst, irgendwo in China meine Papiere zu verlieren, was mir auch prompt fast passiert wäre – ein freundlicher Busfahrer rannte mir mit meinem Reisepass hinterher.
In diesem Blog berichte ich von den vielfältigen Erlebnissen auf der Reise. Mein persönliches Highlight ist dieser Beitrag: Endlich Gibbons.
Er handelt davon, wie ich es schaffte, mir meinen Kindheitstraum zu erfüllen: im Dschungel zu leben und mit Menschenaffen zu arbeiten. Zumindest für vier Wochen.